Autor: Claus Offe
ISBN-13: 9783593377568
Veröffentl: 01.03.2006
Einband: Taschenbuch
Seiten: 205
Gewicht: 258 g
Format: 217x141x11 mm
Sprache: Deutsch

Strukturprobleme des kapitalistischen Staates

Campus Bibliothek
Aufsätze zur Politischen Soziologie
 Taschenbuch
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Campus Bibliothek - Klassiker der Geschichte, Sozial- und Kulturwissenschaften
99
Vorwort von Claus Offe
Lang leben die "Strukturprobleme" !
Einleitung zur Neuauflage von Jens Borchert und Stephan Lessenich
Strukturprobleme des kapitalistischen Staates
1. Politische Herrschaft und Klassenstrukturen. Zur Analyse spätkapitalistischer Gesellschaftssysteme (1969)
2. Spätkapitalismus - Versuch einer Begriffsbestimmung (1971)
3. Tauschverhältnis und politische Steuerung. Zur Aktualität des Legitimationsproblems (1972)
4. Klassenherrschaft und politisches System. Die Selektivität politischer Institutionen (1972)
5. Reformpolitik und das Interesse des Staates an sich selbst (1975)
6. Staatstheorie und Sozialpolitik. Funktionen und Innovationsprozesse der Sozialpolitik (1977)
Erneute Lektüre: Die "Strukturprobleme" nach 33 Jahren
Nachwort von Claus Offe
Literatur
Nachweise
1972 erschien Claus Offes Text über die Strukturprobleme des kapitalistischen Staates. Er prägte die damalige Debatte um den demokratischen Wohlfahrtskapitalismus wie kaum ein anderes Buch. Doch als die Funktionsprobleme des Wohlfahrtsstaates immer offenkundiger wurden, war sein Ansatz schon wieder von der Bildfläche politisch-soziologischer Debatten verschwunden. Mit dieser erweiterten Neuausgabe wird die erstaunlich aktuelle "Spätkapitalismus"-Theorie Offes wieder zugänglich. Die gegenwärtigen Umbrüche des Wohlfahrtsstaates zeigen, wie treffend seine frühen Analysen waren - und wie gewinnbringend deren Wiederentdeckung sein kann.
Autor: Claus Offe
Editiert von: Jens Borchert, Stephan Lessenich
Claus Offe war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 Professor für Politische Soziologie und Sozialpolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrt heute Politische Soziologie an der Hertie School of Governance.Claus Offe war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 Professor für Politische Soziologie und Sozialpolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und lehrt heute Politische Soziologie an der Hertie School of Governance.
Vorwort von Claus Offe

Die in diesem Band zusammengestellten Aufsätze können auf den heutigen Leser schlechterdings nicht anders als befremdlich wirken. Zu sehr weichen die Ziele der Argumentation und ihr Duktus von dem ab, was uns heutzutage aus vergleichbaren Anfänger-Arbeiten akademischer Sozialwissenschaftler vertraut ist oder auch nur vorstellbar wäre. Da die Herausgeber dieses Bandes entschlossen waren, dessen potentiellen Lesern die unvermeidlichen Irritationen zu zumuten, fiel mir die Aufgabe zu, diese Irritationen mit einigen voran geschickten Bemerkungen zum Entstehungskontext meiner zwischen 1968 und 1972 verfaßten Schriften zu mildern.
Das möchte ich in zwei Schritten versuchen. Zum einen geht es um die stichwortartige Vergegenwärtigung der damaligen zeit- und lebensgeschichtlichen Erfahrungswelt der um 1940 geborenen Kohorte von angehenden sozialwissenschaftlichen Intellektuellen. Zum anderen möchte ich einige Orientierungsmarken aus dem ideenpolitischen Kontext der späten 1960er und frühen 1970er Jahre bezeichnen.
Das Jahrzehnt nach 1965 kann wohl als das konfliktintensivste in der Geschichte der alten Bundesrepublik betrachtet werden, womit die weichenstellenden Auseinandersetzungen der 1950er Jahre (Wiederbewaffnung, KPDVerbot,Friedensbewegung, Godesberger Programm-Parteitag der SPD 1959) in ihrer Bedeutung nicht geschmälert werden sollen. Die erste Hälfte der 1960er Jahre war von außenpolitischen Ereignissen und Konflikten dominiert, so dem Bau der Berliner Mauer (1961) und der Verschärfung des Kalten Krieges, der Kuba-Krise mit der simultanen Spiegelaffäre (1962), dem Kennedy-Mord (1963) und dem Beginn des amerikanischen Krieges in Vietnam (1964). Seit 1965 dominierten eher innenpolitische Konfliktthemen, wobei die wichtigstenwohl der provozierende Plan des Bundeskanzlers Erhard, eine "formierteGesellschaft" einzurichten, also eine halbautoritäre Stabilitäts- und Volksgemeinschaft (1965), und das Erscheinen von zwei äußerst erfolgreichenbildungspolitischen Streitschriften von Ralf Dahrendorf (1965) bzw. Georg Picht (1964) waren.
Eine in den Medien und an den Universitäten verbreitete Situationsdeutung besagte, daß die Bundesrepublik jetzt am "Ende der Nachkriegszeit", also einer Periode von stetem Aufschwung und bruchlos wachsender Prosperität angekommen sei und sich nun in Vorbereitung auf eine ungewisse Zukunft neuen Aufgaben (wie eben der Mitte der 1960er Jahre einsetzenden expansiven, v.a. den tertiären Bereich betreffenden Bildungspolitik) zuzuwenden habe. Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse hatten bereits zuvor (1963-1965) das lange anhaltende "kommunikative Schweigen" (Lübbe) der westdeutschen Öffentlichkeit über die Nazi-Verbrechen brechen helfen. 1966 war der "CDUStaat" (so der Titel eines verbreiteten kritischen Sammelbandes über die Adenauer-Jahre) am Ende, und es wurde in Bonn im Kontext der wachsenden (dann im Februar auf das Maximum von 2,3 [!] Prozent angestiegenen) Arbeitslosigkeit eine Große Koalition gebildet, das Kabinett Kiesinger/Brandt. Die dreijährige Amtszeit dieser Regierung brachte eine Reihe von wirtschafts-und arbeitsmarktpolitischen Gesetzgebungen, aber auch die heftig umstrittene Notstandsverfassung.
Gleichzeitig entwickelte sich, u.a. weil es im Bundestag nur eine kleine freidemokratische Opposition gab, eine bis 1969 kontinuierlich anwachsende außerparlamentarische Oppositions- und Protestbewegung (ApO), die zum ersten Mal mit parallelen Bewegungen in den USA, in Italien und in Frankreich (Mai 1968), z.T. sogar mit dem Prager Frühling (1968) vernetzt und synchronisiert war, der dann im August des Jahres von der Sowjetunion und ihren Hilfstruppen niedergewalzt wurde. Es war die Zeit, als der Dichter Enzensberger eine große Versammlung Frankfurter Bürger aufforderte, nunmehr auch in Deutschland "italienische Zustände" zu schaffen. Zwei Zeitdiagnosen waren bis weit in die Leserschaft der drei Hamburger Wochenjournale hinein unstrittig: zum e

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Autor: Claus Offe
ISBN-13:: 9783593377568
ISBN: 359337756X
Erscheinungsjahr: 01.03.2006
Verlag: Campus Verlag GmbH
Gewicht: 258g
Seiten: 205
Sprache: Deutsch
Sonstiges: Taschenbuch, 217x141x11 mm